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Hope Channel

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Als Jesus ihn sah und erfuhr, wie lange er schon krank war, fragte er ihn: „Willst du gesund wer­den?“
Johannes 5,6 (Neues Leben Bibel)

 

Was für eine Szene! Bethesda, ein Heilbad, eine Art Wallfahrtsort so wie Lourdes in Südfrankreich oder ähnliche Orte der Heilung, die von Menschen aufge­sucht werden. Ein Ort der Hoffnung auf Gesundung und auf ein besseres Leben. Ein Sammelsurium von Menschen, die nur die Hoffnung auf Heilung ver­band.

Und dann hat die spätere Tradition einen Zusatz hinzugefügt, der einen Einblick in die Dynamik die­ses Ortes gibt: Man wartete darauf, dass ein Engel das Wasser bewegte. Der erste Patient nun, der im Wasser war, hatte eine Hoffnung auf Heilung (Joh 5,3-4).

Es scheint dort keinen Bademeister gegeben zu haben. Das, was Johannes beschrieb, ist chaotisch. Wenn ein laues Lüftchen über das Wasser säuselte, wurde aus dem Haufen Dahinsiechender eine Herde Lemminge, die sich zum Rand des Beckens stürzte. Da war es dann vorbei mit dem Haus der Gnade (das nämlich bedeutet Bethesda), da wurde gnadenlos geknufft und mit den Ellbogen gearbeitet.

Man kann sich die Hackordnung vorstellen. Da gab es sicherlich die, die sich auf der Empfängerliste für Organe einen oberen Listenplatz erkauft hatten. Es gab die begehrten Plätze, die einen in die Pole-Position brachten. Es gab sicherlich käufliche Dienst­leister, junge starke Männer, die man anheuern konnte, um im rechten Moment zum Wasser getra­gen zu werden.

Um es näher an uns heranzurücken: Was für eine Gemeinde! Die Kirchengeschichte und die Gemeinde­realität verbieten uns, mit dem Zeigefinger auf jene Leute am Teich zu zeigen. In vielen Gemeinden geht es doch ähnlich zu: Warten, dass etwas passiert! Dass eine Predigt gehalten wird, die aufrüttelt. Und dann draufstürzen, was das Zeug hält; vorne dabei sein, den Segen abgreifen.

In dieses menschliche Chaos hinein trat Jesus auf den Plan. Zielstrebig wandte er sich an den Hilfloses­ten unter den Kranken. Er heilte ihn – ohne Wasser. Er nahm dafür den Konflikt mit den ganz Frommen in Kauf (vgl. Joh 5,9-12). Ebenso schnell war er wie­der verschwunden. Was aber machte der Gesunde? Er wollte nicht nur Heilung, sondern auch das Heil. Er wollte Begegnung mit dem Heiland. Und die beiden trafen sich im Tempel wieder (V. 14).

Fazit? Jesus findet den Vergessensten in dessen Leid. Auch im Chaos der Gemeinde.

Dennis Meier

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung
www.advent-verlag.de

 

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