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Hope Channel

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Es ist mir unendlich schwer gefallen, jenen Brief zu schreiben! Ja, es tat mir im Herzen weh, so sehr, dass ich weinen musste. Ich wollte euch nicht ver­letzen; ihr solltet vielmehr wissen, wie sehr ich euch liebe. 2. Korinther 2,4 (Neues Leben Bibel)

 

„Männer weinen nicht!“ Wir kennen diese Floskel - und wissen, dass sie nicht wahr ist. Bei Beerdigungen gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Wenn Angehörige keine Trauer ausdrücken können, dann ist es manchmal ein Zeichen dafür, dass die Vergangenheit Schatten hinterlassen hat und die Liebe zu kurz gekommen ist. Tränen zeigen in der Regel, dass uns etwas innerlich bewegt.

Die Bibel schildert uns ganz unterschiedliche Situ­ationen, in denen Menschen geweint haben - auch Männer. Als König Hiskia durch den Propheten Jesaja erfährt, dass sein Leben zu Ende gehen soll, weinte er sehr (2 Kön 20,3). Gott sah seine Tränen und gab ihm weitere 15 Jahre. Als David mit seinen Männern nach Hause kam und feststellte, dass die Amalekiter die Stadt in Schutt und Asche gelegt und ihre Familien verschleppt hatten, „schrien sie vor Schmerz laut auf und weinten, bis sie völlig erschöpft waren“ (1 Sam 30,4). Tränen des Schmerzes und der Verzweiflung! Als der Hahn krähte und Petrus bewusst wurde, dass er Jesus dreimal verleugnet hatte, da ging er hinaus „und weinte bitterlich“ (Mt 26,75). Tränen der Reue!

Aber es gibt auch andere Berichte. Als die betag­ten Priester, Leviten und Sippenführer die Grundle­gung des neuen Tempels miterlebten und sich dabei an das alte Gebäude erinnerten, da weinten sie laut „und jauchzten mit Freuden“ (Esra 3,12). Tränen sind Ausdruck der Gefühle. Als Jesus vom Ölberg auf Jeru­salem schaute und vor Augen hatte, dass die Stadt wenige Jahre später völlig zerstört sein würde, weinte er ebenfalls. „Wenn doch auch du heute erkannt hät­test, was dir Frieden bringt.“ (Lk 19,42 GNB). Und als Maria mit allen Hausgenossen den Tod ihres Bruders Lazarus beweinte und sich zu Jesu Füßen warf, da „gingen Jesus die Augen über“ (Joh 11,35). Tränen der Anteilnahme und der Liebe. Jesus konnte mit den Weinenden weinen.

Als Paulus seinen Brief an die Korinther schrieb, zeigten seine Tränen - über die er im Andachtstext berichtete - ebenfalls die große innere Anteilnahme am Geschehen in der Gemeinde. Solche Tränen sind keine Schande - sie bereichern das Leben und sind Ausdruck der Liebe.

Günther Machel

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung
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