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Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Prediger 3,11

 

Joachim Ringelnatz schrieb ein Gedicht mit der Über­schrift: „Was würden Sie tun, wenn Sie das neue Jahr regieren könnten?“ Darin heißt es: „Ich würde vor Aufregung wahrscheinlich die ersten Nächte schlaflos verbringen und darauf tagelang ängstlich und kleinlich ganz dumme, selbstsüchtige Pläne schwingen. Dann - hoffentlich - aber laut lachen und endlich den lieben Gott abends leise bitten, doch wieder nach seiner Weise das neue Jahr göttlich selber zu machen.“ Was nützt dem Menschen alles Fantasieren, Durch­denken und Sorgen? Er weiß weder Anfang noch Ende, das heißt, er kann nicht alles von A bis Z korrekt durchplanen, entschlüsseln und absichern. Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Das erinnert zuerst an den Schöpfungsakt am Anfang der Welt, den er mit der Auszeichnung „sehr gut“ (1 Mo 1,31) abschloss. Aber danach hat er nicht aufgehört, alles sinnvoll zu gestalten. Er bestimmt das Weltgeschehen, setzt Kö­nige ein und ab (Dan 2,21) und hat festgesetzt, wie lange und in welchen Grenzen die Völker bestehen sollen (Apg 17,26). Er führt das Heilsgeschehen durch, hat Christus deshalb zur richtigen Zeit auf die Erde kommen lassen (Gal 4,4-5) und ihm allein bleibt es vorbehalten, den Tag der Wiederkunft Christi zu ken­nen (Mt 24,36). Und: Gott kümmert sich um jeden Einzelnen, ruft uns auf, dass wir ihm unser Herz schenken und uns seine Wege wohl gefallen lassen (Spr 23,26), damit wir ihm und dem Nächsten mit Hingabe dienen können (Mt 22,37-39).

Schließlich das Erstaunlichste: Er hat uns sterb­lichen Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt! Wir besitzen die Fähigkeit, über uns hinauszudenken. Das verleiht Freude fürs Leben, regt täglich zu neuem Ge­staltungswillen an und schafft wahre Glückseligkeit. Der von Gott geliebte Mensch sieht sich eingeordnet und eingebettet in ein größeres Ganzes und erblickt neue Horizonte, die bis in die Ewigkeit hineinreichen.

Das neue Jahr selbst regieren? Nein. Es ist viel besser, sich und alles, was geschehen wird, Gott zu überlassen.

Josef Butscher

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung
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