Für alles gibt es eine (bestimmte) Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel (gibt es) eine Zeit ... Ich erkannte, dass es nichts Besseres bei ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in sei­nem Leben gütlich zu tun. Aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all sei­nem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Prediger 3,1.12-13 (Elberfelder Bibel)

 

„Keine Zeit“ ist ein Unwort unserer Tage, obwohl wir so viele technische Hilfsmittel und Arbeits­erleichterungen haben, wie keine Generation zuvor. „Keine Zeit“ – wofür? Für die Dinge, die das Leben lebenswert machen?

Salomo schrieb im Buch Prediger, dass es für alles im Leben eine Zeit gibt. Oft ist es im Alltag leider so, dass ein Termin den nächsten jagt, das Essen noch schnell im Gehen hinuntergeschlungen werden muss und die Momente, in denen man ein­fach dasitzt und Vögel auf dem Dach oder Kinder beim Spielen beobachtet, in der Hektik unserer Zeit keinen Platz mehr finden.

Zum Leben gehören Phasen der Hektik und der Ruhe gleichermaßen. Der Wechsel von Anspannung und Entspannung, Arbeiten und Ruhen macht gera­de den Reiz des Lebens aus. Selbst die Natur gibt uns im Wechsel von Tag und Nacht, Sommer und Winter ein Beispiel. Das vierte Gebot: „Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tage ruhen“ (vgl. 2 Mose 20,9-11) verankert den Rhythmus von Arbeiten und Ruhen im Leben, deren Berücksich­tigung sich positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirkt Doch nicht nur im Verlauf einer Woche, eines Monats oder eines Jahres sollten sich Arbeit und Ruhe abwechseln. Pause zu machen und innezuhalten, wenn man eine herausfordernde Aufgabe abgeschlossen hat, ist eine Belohnung, die sich positiv auf die Lebensfreude auswirkt.

Jeder Tag bietet Zeit für emsiges Arbeiten und auch Momente des Genießens, die uns dankbar machen. Salomo bezeichnete diese (Lebens-)Kunst als Gabe Gottes, dessen Empfänger ich sehr gern sein will. Du auch?

Ich wünsche uns, dass wir an diesem Tag Zeit für notwendiges oder begeistertes Arbeiten und auch für entspannende Pausen finden, „denn es ist ein Geschenk Gottes, wenn jemand isst und trinkt und sich über die Früchte seiner Arbeit freuen kann“ (Pred 3,13 NLB).

Anca Leuthold-Wergin


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